Dienstag, 28. August 2007

eigenart

mit dem Bloggen dürfte es sich so verhalten, wie mit der TV-Kamera. Im Angesicht der Kamera, die das direkte Gegenüber ist, und dahinter sich nur eine anonyme Masse verbirgt, in diesem Angesicht der offenen Linse ist kein Gesprächsparnter vorhanden, der durch seine Präsenz allein soziale Grenzen errichtet, es wird in den sozialen leeren Raum gesprochen, gesprochen und diese mediale Einbahn ohne Grenzen erlaubt ein plötzliches Entäußern von Privatem in einer Form, die mit einem Gegenüber so nicht möglich wäre. Ähnlich dürfte das Bloggen sein. Prinzipiell nicht an einen bestimmten Gesprächs-/Schreibpartner gerichtet, - wie das Texte so an sich haben, die im Kopf des Lesenden ihre Bedeutung annehmen - vermehrt aber um die Möglichkeit der kulturellen Form des Blogs, die einen Sog bildet, spontane Gefühlszustände und verdrehte Gedanken zu äußern, was in einem Gespräch so nicht stattfinden würde. Ähnlich wie in der spontanen Art mit Emails umzugehen. Hastig geschrieben und raus ins Netz. Schaden passiert.